Mittwoch, 3. September 2014

Autobahnhuhn.. oder Drama-Queen in der Küche

Heute wirds ausnahmsweise mal lang, aber wen das Drama um mich als Pussy des Tages und dem rückgratlosem Hähnchen nicht so interessiert, darf gerne bis zum Rezept runterscrollen.

Es fing alles ganz harmlos an.
Ich habe schon öfters vom ominösen Autobahnhuhn gelesen, mir danach vorgenommen es auch mal zu machen und dann im Wirrwarr von 5678 Rezeptewünschen wieder vergessen.

Aber Instagram sei Dank, präsentierte sich letzte Woche ein kleines Autobahnhuhn auf meinem Handydisplay und so landete beim Einkauf ein nicht ganz winziges Ki-Roy Hähnchen von Rewe in meinem Korb.

Das Drama aber begann erst am Sonntag vormittag: jetzt sollte das Tier mariniert und gleichzeitig dann auch schon in seine entgültige Haltung gebracht werden.(Von wegen Autobahn und so)

Da lags nun mit seinem kleinen Pummelsterz in meine meine Richtung und ich starrte gefühlte 10 Min. mit der Geflügelschere in der Hand darauf.

Um es aufklappen zu bekommen, ist es nötig das Rückgrat herauszuschneiden.
Was bin ich wie ich kleine Pussy um das tote Hähnchen herumgeschlichen "Wo fang ich an?"

Meine Mama war am Telefon schon dazugeschaltet und machte die Situation nicht leichter mit Fragen wie: "Hast du mal geguckt, ob da eine Tüte mit Innereien drin ist?"
Herrje.. jetzt auch noch eine rektale Untersuchung.. hoch den Sterz und es offenbarte sich zum Glück NIX- gähnende Leere. Perfekt!

"Katharinaaaa- jetzt machma hinne! Ich will auch noch kochen" töhnte es aus dem Hörer.
Okay... atmen.. Geflügelschere im Anschlag und los geht es.
Nach dem ersten Schnitt... ach nee (dieses Geräusch).. geb ich jetzt und hier gerne zu, dass mein Mann als Retter in der Not zu Hilfe kam und die Aufgabe (nicht ohne Sprücheklopfen) übernahm.

Dann war ich wieder an der Reihe und ich bugsierte das Hähnchen nun zur Auflaufform, um es dort platt hinzulegen.
Ich hab noch nie soviel über das Tier auf meinem Teller nachgedacht wie heute.
Nicht lachen, aber ich hab mich sogar innerlich entschuldigt, als ich daran rumhantiert hab.

Wir beide essen ja nicht ohne Grund so wenig Fleisch in der Woche, aber ich hab mir vorgenommen zumindest bei Hühnchen in Zukunft auch eher zum "Ganzen" zugreifen- so esse ich nachher (und bereite vorher) wesentlich bewusster, als wenn ich nur ein unförmiges Stück Brustfleisch vor der Nase habe.


Und nun kommt ENDLICH das Rezept:


1,3kg Hähnchen
Marinade aus:
Olivenöl,  2EL PestoRosso, 2 Knoblauchzehen (gepresst), etwas Zitronensaft
(hier solltet ihr euch aber wirklich kreativ austoben und einfach nach Geschmack vorgehen)*
1 Biozitrone
Salz & Pfeffer
Thymian
1-2 Zwiebeln (geschält und in grob geschnitten)
Kartoffeln nach Bedarf (geschält und geviertelt)
2-3 Knoblauchzehen

Ihr schnappt euch also das Hähnchen, eine scharfe Geflügelschere und eine Unterlage. Dann dreht ihr das Tier auf den Bauch und schneidet das Rückgrat mit der Schere heraus.
Falls ihr noch überflüssige Fettlappen findet, würde ich diese auch schon abschneiden. Es kommt ja noch genug Fett heraus.

Das Hähnchen nun mit der Brust nach oben in eine passende Schale oder Form legen und flach drücken (hier und da könnte es noch einmal knacken im Brustbereich).
Die Marinade nach eurer Wahl darauf verteilen (unten auch) und mit Frischhaltefolie bedeckt in den Kühlschrank stellen.
Ich habe das ganze über 4 Stunden ziehen lassen.


Nach dem Durchziehen den Backofen auf ca 170Grad aufheizen.
Das Hähnchen aus dem Kühlschrank nehmen (wenn ihr die Pestomarinade genommen habt: das Öl ablaufen lassen) und runherum nun die Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauchzehen und die Zitronenscheiben verteilen.
Salz&Pfeffer, Thymian über die Kartoffeln geben und dann ab in den Ofen, wo das Ganze zwischen 90 und 110 Minuten gart.

Nachdem das Haus dann schon wunderbar duftet, nehmt ihr das Hähnchen nur noch heraus, teilt die Brust, schneidet die Bollen und Flügel ab und dann könnt ihr geniessen.



Ja, der Teller könnte bunter sein (Paprika, Zucchini, Möhren etc pp)

Probiert es mal aus.. es ist wirklich toll.

Und wer jetzt Angst hat vor Spritzerei im Backofen- ich weiß nicht ob es an der niedrigen Gradzahl gelegen hat, aber der Ofen selbst hatte nicht einen Spritzer Fett.



Tipps:
1.Schaut ab und an mal nach eurem Gockel, ich musste gegen Ende der Zeit etwas Alufolie über die erhöhten Teile legen, damit es nicht zu dunkel wird.
2. Als weitere Marinadenvarianten:
*Öl, Paprikapulver, Kräuter und Knoblauch, S&P
*Joghurt, Curry, Honig, S&P, Sojasauce... und und

Und da Salat nicht fehlen darf, gab es dazu noch Kumato-Tomaten mit Büffelmozzarella..




Kommentare:

  1. Ob das wohl mein Ki-Roy Flattermann auf Insta war? *gg*

    Sieht superlecker aus, aber das Zerlegen ist bei mir auch immer eine Überwindung.

    Dickes Drückerle, Tanni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Haha genau... dein Flattermann war eine gute Erinnerung :) vielleicht gehts beim nächsten tier besser ;)
      Ganz liebe Grüße zurück..
      Katie

      Löschen
  2. Halli Hallo! :)

    Du bist eine unserer Auserwählten, denn wir haben dich für den "Liebster Award" nominiert! Schau doch mal auf http://www.alleslieb.de/liebster-award/ vorbei. Wir würden und freuen, wenn du mitmachst! :) Viel Spaß!

    Liebe Grüße
    Kati von www.alleslieb.de

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu vielen lieben Dank für die Nominierung! Ich freue mich sehr..
      Wann ich mitmache kann ich noch nicht sagen.. hab grad mächtig viel zu tun. Aber ich behalte es im Hinterkopf !

      LG Katie

      Löschen

Eure Kommentare sind das Salz für meine Blog-Suppe. Ich freue mich über jeden Kommentar, Lob & Kritik.

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...